VELUX Holzfenster streichen und nachlackieren – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Andreas DümlerKlar lackierte VELUX Holzfenster bestehen aus Kiefernholz, das ab Werk mit einem wasserbasierten Acryllack geschützt ist. Dieser Lack ist die einzige Barriere zwischen dem Holz und der Raumfeuchtigkeit – und genau am Dachfenster ist die Belastung höher als an jedem Fassadenfenster: Warme, feuchte Raumluft steigt nach oben, kondensiert an der kühlen Scheibe und läuft am unteren Flügelrahmen zusammen. Wird der Lack dort matt, rau oder rissig, zieht Feuchtigkeit ins Holz ein. Erst wird es fleckig und grau, später dunkel – und dann hilft Schleifen allein nicht mehr.
Die gute Nachricht: Das Nachlackieren ist eine Arbeit von ein bis zwei Stunden und mit einfachem Werkzeug machbar. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch.
Beim Lackieren kommt die Dichtung ohnehin ab – der beste Moment für eine neue
Dichtung 44 mm für VELUX Holzfenster bis 2013
Passt für goldenes und graues Typenschild (1991–2013). Meterware vom einzelnen Meter bis zur Rolle – Sie bestellen genau die Länge, die Ihr Fenster braucht.
Dichtung 44 mm ansehenSilbernes Typenschild (ab 2013) oder Kunststofffenster? → alle Dichtungen nach Generation
Wie oft müssen VELUX Holzfenster nachlackiert werden?
Als Faustregel gilt: alle vier Jahre eine neue Lackschicht. In Feuchträumen wie Bad und Küche, wo deutlich mehr Kondenswasser anfällt, besser alle zwei Jahre. Spätestens wenn der Lack am unteren Flügelrahmen stumpf wird oder sich das Holz an einzelnen Stellen verfärbt, ist der Zeitpunkt gekommen – je früher Sie handeln, desto weniger müssen Sie schleifen.
Welches Fenster habe ich? Der Blick aufs Typenschild
Für die Pflege selbst spielt das Baujahr keine große Rolle – für die passende Dichtung (dazu unten mehr) aber schon. Klappen Sie den Fensterflügel auf und werfen Sie einen Blick auf das Typenschild: Goldenes Typenschild bedeutet Baujahr 1991–2000, graues Typenschild 2000–2013, silbernes Typenschild ab 2013.
Das brauchen Sie
- Feines Schleifpapier oder Schleifvlies (Körnung 180–240)
- Sauberes, fusselfreies Tuch und mildes Reinigungsmittel
- Wasserbasierten Acryl-Klarlack für innen (bei weiß lackierten Holzfenstern: weißen Acryllack auf Wasserbasis)
- Flachpinsel, ca. 40–50 mm
- Abklebeband für Scheibe und Beschläge
- Bei Bedarf: eine neue Flügeldichtung 44 mm für VELUX Holzfenster (passend für goldenes und graues Typenschild)
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Lack direkt von VELUX: farbloser, wasserverdünnbarer Acryllack für klar lackierte VELUX Holzfenster.
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Nur für farblos lackierte Holzfenster. Weiß lackierte Holzfenster brauchen weißen Acryllack.
Schritt-für-Schritt: Holzfenster schleifen und lackieren
1. Fenster in Putzstellung bringen
Schwenken Sie den Flügel ganz durch und rasten Sie ihn in der Putzstellung ein. So erreichen Sie alle vier Seiten des Flügelrahmens bequem, ohne den Flügel auszuhängen.
2. Rahmen gründlich reinigen
Wischen Sie den kompletten Holzrahmen mit einem leicht feuchten Tuch und mildem Reiniger ab. Staub, Nikotin- oder Fettfilm verhindern, dass der neue Lack haftet. Lassen Sie das Holz danach vollständig trocknen.
3. Dichtung prüfen und abnehmen
Die umlaufende Schaumdichtung am Flügel darf auf keinen Fall überlackiert werden. Nehmen Sie sie ab oder kleben Sie sie sorgfältig ab. Jetzt lohnt der genaue Blick: Ist die Dichtung spröde, gerissen oder dauerhaft plattgedrückt, dichtet sie nicht mehr – und Zugluft sowie zusätzliches Kondenswasser machen dem frischen Lack gleich wieder zu schaffen. Da die Dichtung ohnehin ab ist, ist das Nachlackieren der ideale Zeitpunkt für den Tausch (siehe unten).
4. Anschleifen
Schleifen Sie den alten Lack mit feiner Körnung gleichmäßig an – Sie wollen die Oberfläche aufrauen, nicht das Holz freilegen. Nur an Stellen, wo der Lack bereits abgeplatzt oder das Holz verfärbt ist, schleifen Sie bis auf das rohe Holz zurück. Immer in Richtung der Holzmaserung arbeiten.
5. Staubfrei machen
Entfernen Sie den Schleifstaub restlos – erst absaugen oder abfegen, dann mit einem leicht feuchten Tuch nachwischen und trocknen lassen. Jedes Staubkorn zeichnet sich später im Lack ab.
6. Lackieren – dünn und zweimal
Tragen Sie den Acryllack dünn und gleichmäßig in Maserrichtung auf. Zwei dünne Schichten halten deutlich länger als eine dicke: Lassen Sie die erste Schicht nach Herstellerangabe trocknen, schleifen Sie sie ganz leicht mit Vlies an und lackieren Sie ein zweites Mal.
7. Vollständig durchtrocknen lassen
Schließen Sie das Fenster erst, wenn der Lack komplett durchgetrocknet ist – sonst verklebt die Dichtung mit der frischen Oberfläche und reißt beim nächsten Öffnen Lack ab. Planen Sie je nach Lack und Raumklima mehrere Stunden ein, besser über Nacht bei gekipptem Fenster.
8. Dichtung montieren
Setzen Sie zum Schluss die (neue) Flügeldichtung wieder ein. Damit ist das Fenster wieder dicht, leise und geschützt.
Dichtung gleich mit erneuern – der wichtigste Nebeneffekt
Bei den meisten Holzfenstern, die alt genug für die erste Nachlackierung sind, ist auch die originale Schaumdichtung am Ende: Sie wird mit den Jahren hart, bröselig oder bleibt dauerhaft zusammengedrückt. Die Folge sind Zugluft am unteren Flügelrand und noch mehr Kondenswasser – also genau die Belastung, vor der Sie das Holz gerade schützen.
Die VELUX Dachfenster-Dichtung 44 mm für Holzfenster passt auf alle VELUX Holzfenster bis Baujahr 2013 – also sowohl auf die Generation mit goldenem Typenschild (1991–2000, Größen 102–810) als auch auf die mit grauem Typenschild (2000–2013, Größen C02–U10). Sie ist als Meterware vom einzelnen Meter bis zur ganzen Rolle erhältlich, sodass Sie exakt die Länge bestellen, die Ihr Fenster braucht.
Wann Lackieren nicht mehr reicht
Ist das Holz großflächig schwarz verfärbt, weich oder sind die Eckverbindungen offen, sitzt die Feuchtigkeit bereits tief im Holz – dann konserviert eine neue Lackschicht nur den Schaden. In diesem Fall ist meist der Austausch des Fensters die wirtschaftlichere Lösung; Angebote von Dachdeckern aus Ihrer Region erhalten Sie kostenlos über unseren Partner Aroundhome*.
Häufige Fragen
Welcher Lack ist der richtige für VELUX Holzfenster?
Ein wasserbasierter Acryl-Klarlack für den Innenbereich – damit sind die Fenster auch ab Werk behandelt. Lösemittelhaltige Lacke oder Lasuren auf dem vorhandenen Acryllack führen zu Haftungsproblemen.
Darf ich die Dichtung überstreichen?
Nein. Überlackierte Dichtungen werden hart, dichten nicht mehr und verkleben mit dem Rahmen. Dichtung immer abnehmen oder abkleben – und bei der Gelegenheit auf Verschleiß prüfen.
Gilt die Anleitung auch für weiß lackierte Holzfenster?
Ja, das Vorgehen ist identisch. Statt Klarlack verwenden Sie einen weißen Acryllack auf Wasserbasis.
Dichtung gleich mitbestellen
Die Dichtung kommt beim Lackieren ohnehin ab. Messen Sie den Umfang des Flügels und bestellen Sie die passende Länge gleich mit – dann ist das Fenster nach dem Lackieren wieder dicht und zugfrei.
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