Dachfenster pfeift oder klappert bei Wind? Ursache finden und das richtige Teil tauschen

Bei Sturm pfeift es am Dachfenster, bei Böen klappert etwas, und nachts hört man ein leises Klopfen – aber tagsüber ist alles dicht und fest. Geräusche am Dachfenster sind fast immer ein Frühsymptom: Etwas hat Spiel, das keines haben sollte, oder eine Dichtung schließt nicht mehr. Dieser Ratgeber ordnet die Geräusche den Ursachen zu, damit Sie das richtige Teil tauschen – und nicht das Fenster.

Das Geräusch verrät die Ursache

Geräusch Wann Wahrscheinliche Ursache
Pfeifen, Zischen, hoher Ton bei Wind, auch geschlossen Luft strömt durch einen schmalen Spalt: Dichtung verhärtet, Lüftungsklappe nicht dicht, Schaumkeil am Eindeckrahmen fehlt
Klappern, Rütteln des Flügels bei Böen Flügel hat Spiel im Rahmen: Verriegelung ausgeschlagen, Schließblech gebrochen, Griff rastet nicht
Klopfen, Schlagen bei Wind, unregelmäßig Lose Lüftungsklappe, lose Markise oder Rollladen außen, Rolloschnur schlägt gegen die Scheibe
Knacken, Knarren beim Öffnen und bei Temperaturwechsel Trockene Scharniere, ausgeschlagene Scharnierhülse, Holz arbeitet
Flattern, Schnarren bei Wind Markisentuch oder Rollladenpanzer sitzt nicht richtig in der Führung

Pfeifen: Luft findet einen Weg

Ein Pfeifton entsteht, wenn Luft mit Druck durch einen schmalen Spalt gepresst wird. Am Dachfenster gibt es dafür drei Kandidaten.

Die Schaumdichtung der Lüftungsklappe. Sie ist das Teil, das am schnellsten altert: Sonne und Wärme machen den Schaum hart, er federt nicht mehr zurück, und die Klappe schließt nicht dicht. Klappe öffnen, Dichtung ansehen und drücken – bröselt sie oder bleibt eingedrückt, ist sie fällig. Den Tausch zeigt der Ratgeber Schaumstoffdichtung selbst wechseln; die richtige Breite hängt von der Fenstergeneration ab (34 mm ab 2013, 44 mm Holz und 54 mm Kunststoff bis 2013), alles in der Kategorie Dichtungen für VELUX Dachfenster.

Die Flügeldichtung. Der Papiertest zeigt es: Blatt zwischen Flügel und Rahmen klemmen, Fenster schließen, ziehen. Ohne Widerstand heißt ohne Anpressdruck. Häufig liegt das aber nicht an der Dichtung selbst, sondern daran, dass der Flügel nicht mehr richtig angezogen wird – siehe Klappern.

Der Schaumkeil am Eindeckrahmen. Zwischen Fensterrahmen und Eindeckrahmen sitzt außen ein Schaumstoffkeil. Fehlt er oder ist er zerfallen, pfeift es von außen durch den Rahmen – und niemand sucht dort, weil das Fenster selbst dicht ist. Von innen in Putzstellung oben nachsehen; der Schaumstoffkeil ist ein Zwei-Minuten-Teil. Weitere Ursachen für Luftzug finden Sie im Ratgeber Dachfenster zieht.

Klappern: der Flügel hat Spiel

Wenn der Flügel bei Böen im Rahmen rüttelt, wird er nicht mehr fest an die Dichtung gezogen. Das macht die Verriegelung – und die ist bei älteren Fenstern das Teil mit der höchsten Ausfallrate. Test: Fenster schließen, Griff ganz in Verriegelungsstellung, dann von innen kräftig gegen den Flügel drücken. Bewegt er sich, ist die Verriegelung ausgeschlagen.

Bei Fenstern mit goldenem oder grauem Typenschild (1991–2013) ist meist das Kunststoff-Schließblech am Rahmen ausgebrochen; der Zapfen des T-Verschlusses greift dann ins Leere. Ersatz: Schließblech 025116 oder die komplette Verriegelung; Anleitung im Ratgeber T-Verschluss bis 2013 tauschen. Bei Fenstern mit silbernem Typenschild (ab 2013) ist es der T-Verschluss T-22G2 oder das Verbindungsstück zur Lüftungsklappe: komplette Verriegelung ab 2013, Anleitung T-Verschluss ab 2013 tauschen.

Klappert es bei einem Klapp-Schwingfenster (GPL, GPU) in geöffneter Stellung, fehlt der Öffnungsbegrenzer – der Flügel schlägt bei Wind auf. Dazu der Ratgeber Öffnungsbegrenzer nachrüsten.

Klopfen und Schlagen: etwas Loses außen oder innen

Unregelmäßiges Klopfen kommt meist nicht vom Fenster selbst, sondern von etwas, das daran hängt. Von innen: die Zugschnur des Verdunkelungsrollos, die ausgehängt gegen die Scheibe schlägt (Schnur richten). Von außen: die Lüftungsklappe, deren Verriegelung nicht mehr hält und die bei Böen auf- und zuschlägt (Verriegelung ab 2013), oder eine Hitzeschutz-Markise, deren Halterung gebrochen ist und deren Kasten gegen den Rahmen schlägt (Markisenhalterung). Bei Rollläden schlägt der Panzer in der Führungsschiene, wenn die Gleitdichtung verschlissen ist (Gleitdichtung erneuern).

Knacken und Knarren: die Scharniere

Knackt es beim Öffnen oder bei Temperaturwechseln in der Nacht, sind es die Scharniere. Meist fehlt nur Fett (Scharniere fetten). Hängt der Flügel dazu leicht schief oder ist einseitig schwergängig, ist bei Fenstern mit goldenem Typenschild die Kunststoff-Scharnierhülse ausgeschlagen – ein Cent-Teil, das einen teuren Fensterschaden verhindert: Scharnierhülse tauschen.

Wann das Fenster selbst das Problem ist

Pfeift und klappert es trotz neuer Dichtung und intakter Verriegelung, ist der Flügel verzogen oder der Rahmen hat sich gesetzt – das kommt bei Holzfenstern über 25 Jahre vor, bei denen die Lasur lange nicht erneuert wurde. Dann hilft kein Ersatzteil mehr. Ob sich eine Reparatur noch lohnt, wägt der Ratgeber Reparieren oder austauschen ab; ein Austauschfenster mit Eindeckrahmen liefern wir für alle Generationen.

Häufige Fragen

Warum pfeift mein Dachfenster nur bei Wind?

Weil erst der Winddruck Luft durch einen kleinen Spalt presst. Ohne Wind ist der Spalt da, aber lautlos. Ursache ist fast immer eine verhärtete Dichtung – an der Lüftungsklappe, am Flügel oder am Eindeckrahmen.

Mein Dachfenster klappert bei Sturm – ist das gefährlich?

Kurzfristig nicht, aber ein Flügel mit Spiel schlägt bei jeder Böe gegen den Rahmen und schlägt die Verriegelung weiter aus. Bei Schlagregen kommt dann Wasser herein. Verriegelung prüfen und das Schließblech oder den T-Verschluss tauschen.

Kann ich die Ursache selbst finden?

Ja: Papiertest an der Flügeldichtung, Drucktest am geschlossenen Flügel, Sichtprüfung an Lüftungsklappe und Schaumkeil. Diese drei Prüfungen ordnen 90 % der Geräusche zu.

Hilft eine neue Dichtung gegen Klappern?

Nein. Klappern ist ein Verriegelungsproblem – der Flügel wird nicht mehr an die Dichtung gezogen. Eine neue Dichtung ändert daran nichts.